Sonderbericht in 2020 – Corona-Hotspot Lateinamerika

Während in Europa die Infektionszahlen sinken, zeigt sich in Lateinamerika vielerorts das Gegenteil: Es gibt immer mehr Corona-Fälle und immer mehr Tote.

 

Wir, von der Aktion Patenkinder Seligenstadt-Lateinamerika, befragten unsere Ordensschwestern der Murialdinen, die wir durch Ihre Spendengelder in vier Ländern in Lateinamerika bei ihrer Arbeit mit den Kindern und Schulen unterstützen. Ziel ist es den Kindern, die durch häusliche und soziale Gewalt und extremer Armut verletzt wurden, psychologische, menschliche, erzieherische und spirituelle Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

 

Am stärksten betroffen von der Corona-Krise ist Brasilien aber auch Chile, Ecuador und Mexico. In Lateinamerika kommen mehrere Probleme zusammen, berichten unsere Schwestern: Armut, verantwortungslose Regierungen und schlecht ausgestattete, fragile Gesundheitssysteme, die trotz der frühzeitigen und drastischen Restriktionen der Regierungen, gravierende Missstände offenbart haben, die die starke Ausbreitung des Virus begünstigten. Dazu kommt die Tatsache, dass in manchen Ländern bis zu 70 Prozent der Menschen im informellen Sektor arbeiten. Sie hätten bei Krankheit oder genereller wirtschaftlicher Probleme keinerlei Absicherung. Unsere Schwestern warnen davor, dass rund ein Drittel der Bevölkerung Lateinamerikas in Folge der Corona-Krise unter die Armutsgrenze fallen könnte. Die Arbeitslosigkeit der Eltern ist zu einer großen Geißel für unsere Kinder geworden. Daher gewähren unsere Schulen Essensausgabe und vielfältige Unterstützung.

Die Lar Escola da Criança de Maringá, unsere Schule in Brasilien führt seit März keine persönlichen Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen mehr durch, da der Unterricht von den Behörden ausgesetzt wurde.

 

Der Unterricht wurde nur über den öffentlichen Fernsehkanal durchgeführt. Aber ab Mai kehrten alle an die Schule zurück und es wurde mit der Arbeit auf Distanz begonnen. Unsere Ordensschwestern lieferten Nahrungsmittel an die Kinder nach Hause und versorgten sie mit schulischen Hausaufgaben ... Auch wurden WhatsApp-Gruppen und Instagram Profile eingerichtet, viele Videos gedreht, die auf Youtube im LarEscolaYoutube-channel zur Verfügung stehen. So bleiben die Schwestern und Lehrer in engem Kontakt mit den 435 Kindern und Jugendlichen.


Aus Ecuador berichtet Schwester Mariana von ihrem Heim San Leonardo Murialdo mit dem Titel: "Aufbau einer Zukunft für Kinder und Jugendliche mit psychosozialen Schwierigkeiten in ihrem familiären Umfeld". Dort nehmen sie Kinder und Jugendliche in Risikosituationen auf, um sie der häuslichen Gewalt zu entziehen ... Die 1.780 Schülerinnen und Schüler unserer drei Schulen sind frustriert, weil sie nicht am Online-Unterricht teilnehmen können, da die meisten keinen Computer, Tablet oder Smartphone zuhause besitzen. Wie wir bereits berichteten haben wir durch Ihre Spendengelder 20 neue Computer und weitere Hilfsmittel anschaffen können, so dass die Lehrer und Schwestern durch virtuelle Klassen die Kinder bei ihren täglichen Aufgaben begleiten können.

 

Die Schwestern begleiten die Patenkinder und Familien eng mit Besuchen und um sie mit dem Nötigsten zu versorgen, im Hinblick auf Bildung, Gesundheit und Nahrung.

 

Vom Bildungszentrum in Mexiko-Stadt berichtet uns Schwester Brisa, von der Lähmung ihres Landes und der sehr schwierigen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Situation. Unser Bildungszentrum darf seine Türen nicht für die Kinder und Jugendlichen öffnen. Unser finanzieller Beitrag kam hier während der Coronakrise im Wesentlichen den Patenkindern und ihren Familien zugute durch die Versorgung mit Nahrungsmitteln und didaktischem Material für ihre Ausbildung. Der Schulunterricht wird in Mexico über das Fernsehen oder Internetplattformen durchgeführt.

 

Aus Valparaíso in Chile berichten uns Schwester Silvia und Nathalie, dass die Murialdine-Schwestern vom hl. Josef eine TV-Spendenaktion gestartet haben, um die Familien zu unterstützen, die mehrere Kinder haben, so dass sie am Online-Unterricht teilnehmen können. Bisher haben sie 18 Fernseher erhalten und wir möchten bei der Anschaffung von gebrauchten Smart-Telefonen helfen. Das ist notwendig, da die Regierung in Chile beschlossen hat erst im Januar 2021 mit dem Präsenzunterricht zu beginnen.


Mit all diesen zahlreichen Aktivitäten erreichen unsere Schwestern in Lateinamerika nicht nur das Selbstwertgefühl unserer Patenkinder zu steigern, sondern ihre emotionale, spirituelle und körperliche Stabilität wieder herzustellen, um ihnen als Kinder Gottes eine gesunde, glückliche und fröhliche Zukunft zu ermöglichen.

 

Gerade in dieser schwierigen Situation konnte uns Pfarrer Selzer einen großen finanziellen Beitrag überweisen. Aus Anlass seines Silbernen Priesterjubiläums hatte er zu Spenden für die Patenschaftsaktion und das Kloster Marienheide in Wollstein aufgerufen.

Im Namen der Patenkinder und unserer Ordensschwestern bedanken wir uns sehr herzlich bei Pfarrer Selzer, allen unseren Paten und Spendern für Ihre großzügige Unterstützung!

 

Bitte unterstützen Sie die Kinder in Lateinamerika mit Ihrer Spende:
Bankverbindung: Aktion Patenkinder • IBAN DE48 5065 2124 0001 1035 06

 

Herzlichst

 

Ihr Klaus Sulzmann und Markus Bayer
 

Jahresrundschreiben für 2019

An die Freunde, Förderer und Interessierten der Patenschaftsaktion.  

         

Zusammen mit der Spendenquittung für das Jahr 2019 geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über besondere Aktivitäten der Patenschaftsaktion.


Die Betreuung der Kinder in unseren Schulen und Heimen in Mexico, Ecuador, Brasilien und Chile bezieht sich auf die schulische und berufsvorbereitende Ausbildung und auch die Verpflegung der Schüler.


Seit 2017 liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit in der Modernisierung der Schule in Santa Clara in Ecuador:


•    Im Jahr 2017 Kauf der ersten Computer
•    im letzten Jahr wurde ein neuer Physik-, Chemie- und Biologiesaal für 15.000 € eingerichtet
•     in 2019 konnten weitere 20 Computer für 9.000 € gekauft werden.


Am 15.01.diesen Jahres schickt uns die Provinzialoberin Mariana Guerrero folgendes Dankschreiben:


“Der Kauf der Computer bedeutet einen großen Beitrag für die Erziehung, den technischen Fortschritt zugunsten unserer Kinder und Jugendlichen dar. Ebenso werden die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium gewährleistet. Die Mehrheit der meist aus armen Familien kommenden Schüler hat in diesem entlegenen Gebiet in Ecuador keinen Zugang zum technischen Fortschritt. Unsere vom Gedanken der Gleichberechtigung und von Menschlichkeit geprägte Erziehung soll die Ungleichheit in unserer Gesellschaft überwinden helfen. Infolge Eurer Spendenbereitschaft, die ein Vorbild für die Eltern sowie unsere Jugendlichen ist, konnten wir die Eltern unserer Schüler dazu gewinnen, neue Tische zu kaufen. Schenker und Beschenkte begegneten sich somit auf Augenhöhe.“

 

Diese Maßnahmen konnten wir nur infolge der gestiegenen Einmalspenden ergreifen. 2019 beliefen sich die regelmäßigen Spenden auf rund 60.000 €, dazu kam eine Einzelspende von 30.000 €.

 

Allen Pateneltern und Wohltätern sagen wir herzlichen Dank.

 

Im Namen unserer Patenkindern, unserer Schüler der Ordensfrauen und unseres Teams wünschen wir Ihnen Gesundheit und Gottes Segen für das Neue Jahr.

 

Herzlichst

 

Ihr Klaus Sulzmann und Markus Bayer
 

Jahresrundschreiben für 2018 – 30 Jahre Patenschaftsaktion

Seit 30 Jahren  besteht nun die Patenschaftsaktion. Am  25. und 26. August diesen Jahres wollen wir das Jubiläum begehen.
Am Samstag, den 25. August, findet ab 19 Uhr im Pfarrgarten an der Basilika eine Begegnungsfeier mit der Pfarrgemeinde und allen Förderern sowie Freunden der Patenschaftsaktion statt.


Mit Musik, Videos und lateinamerikanischen Speisen wollen wir Seele und Gemüt erfreuen und auch dem leiblichen Wohl Rechnung tragen. Am Sonntag, den 26. August, wollen wir im  Gottesdienst im Beisein der Generaloberin unserer Ordensfrauen in Lateinamerika, Gott für die Begleitung und Vorsehung in all den Jahren besonders danken.


Ohne den Einsatz der Ordensfrauen, für die wir heute besonders beten und ihnen danken wollen, hätten wir nie die Möglichkeit gehabt den vielen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in den Ländern Mexiko, Ecuador, Brasilien, Argentinien und Chile Hilfe leisten zu können.


Ihr Handeln aus christlicher Überzeugung und die ausgewogene Menschlichkeit, haben den Jugendlichen eine andere Lebensperspektive und besondere Bildungschancen ermöglicht.


Ein besonderer Dank gilt den Pateneltern und Förderern der Patenschaftsaktion.


Durch ihr Engagement wurden  in den 30 Jahren  1.250.000 € (Eine Million und zweihundertfünfzigtausend) gespendet.
 Hinzu kommen noch  erhebliche Zuschüsse der kirchlichen Institutionen, von den Sternsingern, Adveniat und der Diözese Köln.
 Am Sonntag, nach dem Gottesdienst und der Prozession vor der Basilika auf der Kirchplatte (Pfarrer-Ludwig-Platz) sind alle eingeladen bei lateinamerikanischen Leckerbissen das Jubiläumsfest zu beschließen.


Die Generaloberin, das Vorbereitungsteam sowie Marcus Bayer und ich freuen uns sehr auf die Begegnung mit Ihnen allen.

 

Ihr Klaus Sulzmann und Markus Bayer
 

Jahresrundschreiben für 2017 – Eine wunderbare Chance

Liebe Pateneltern alle interessierte Freunde und Förderer der Patenschaftsaktion. Wundern Sie sich nicht: Auch die Kinder unserer Stadt!

 

Im März hatte  ich zum Vortrag über meine Reise nach Lateinamerika  eingeladen.Die große Zahl der Besucher zeigte welche Resonanz die Patenschaftsaktion hat. Der Bericht über das Wirken in den Ländern Mexiko, Ecuador und Brasilien zeigte, wie wichtig Besuche sind, um Probleme zu erkennen und Abhilfe zu schaffen.

 

Die Besuche der Schwestern aus Ecudor im Juli und im Dezember von Schwester Leda aus Argentinien, alle auf der Durchreise nach Rom, zeigen unsere tiefe Verbundenheit und schenkt Gewissheit, dass unsere Hilfe ankommt.

 

Im nächsten Jahr 2018 besteht die Patenschaftsaktion 30 Jahre.

 

Um den Kindern in unseren Schulen und Heimen auch in Zukunft der Garant für die notwendige  Hilfe zu sein, soll das Engagement der Patenschaftsaktion überdacht  werden.

 

Einige ältere Förderer, die oft reichlich spendeten, sind verstorben oder benötigen Ihre Rente für kostspielige Pflege.

Daher laden Marcus Bayer und ich alle Mitglieder und Freunde der Patenschaftsaktion am Donnerstag, den 25. Januar 2018 um 20 Uhr, in die Bibliothek des Pfarrzenrums in der Jakobstr. 5 zu einer Dikussionrunde ein.

 

Ein wichtiger Schwerpunkt in der Diskussion soll sein, wie wir weitere Pateneltern und Spender gewinnen können und  auch insbesondere die Kinder in Seligenstadt und Umgebung, natürlich mit der Zustimmung der Eltern. Wäre es nicht für unsere Kinder eine heilsame Erfahrung, wenn sie lernen zu Teilen und sich mit ihren Patenkindern über den Atlantik austauschen?

Pfarrer Stefan Selzer hat aus diesem Grund die Zusage gemacht, dass am Martinsfest, dem “Fest des Teilens”, zu Spenden für die Anliegen der Kinder in Lateinamerika aufgerufen wird.” Die diesjährige Spende betrug 320 €.

 

Flyer zur Information und Patenschaftszeichnung finden Sie in der Basilika.  Der Mindestbeitrag für Kinder beträgt 5 € monatlich und für Erwachsene 25 €. Gern kann auch mehr gespendet werden.

 

Schicken Sie uns Vorschläge, besuchen Sie die Diskussionsrunde damit die Patenschaftsaktion weiterhin bestehen kann! Unsere Patenkinder, die Ordensfrauen sowie unser Team Frau Nunies, Marcus Bayer und ich, wünschen Ihnen Gesundheit, viel Freude und Gottes Segen für das Jahr 2018.

 

Ihr Klaus Sulzmann
 

Jahresrundschreiben für 2016

Sehr geehrte Pateneltern und Förderer der Patenschaftsaktion,

am 1. Juni 2016 startete ich zum Besuch der Niederlassungen der Patenschaftsaktion in Mexiko, Ecuador und Brasilien. Es war mir eine große Freude nach 8 Jahren wieder diese Länder mit den unterschiedlichsten Mentalitäten, Traditionen und Landschaften zu besuchen, und vor allem unsere Patenkinder sowie die Ordensleute und Lehrer erleben zu dürfen.

Als Mitbegründer der Aktion vor 28 Jahre fühle ich mich all diesen Menschen tief verbunden. Der Besuch diente auch dazu als kritischer Beobachter zu sehen was in unseren Schulen und Heimen erreicht wurde und was man gegebenenfalls ändern sollte, um den aktuellen Anforderungen zu genügen. Das Anliegen unserer Schulen ist den Kindern und Jugendlichen, die meist aus sehr ärmlichen Verhältnissen stammen, zu helfen das Kainsmal der seit Generationen bestimmenden Hoffnungslosigkeit zu überwinden und gleichberechtigter Bürger des Landes zu werden. Dies ist nur möglich durch gute Schulbildung, Vorbereitung auf das Arbeitsleben durch Praktika, berufsspezifische Lehrgänge und sozial und religiös geprägte Auseinandersetzungen, die gegenseitiges Vertrauen ermöglichen.

In diese Prozesse werden auch die Eltern durch Bildungsmaßnahmen und persönlichen Austausch mit einbezogen. Während meines Aufenthaltes habe ich persönliche Gespräche mit unsere Patenkindern und den Ehemaligen geführt. In Werkstätten, privaten und öffentlichen Institutionen konnte ich mich mit unseren ehemaligen Schülern über ihre derzeitige Lebenssituation unterhalten. In Gesprächen mit den Vorgesetzten wurde mir vergewissert, dass ohne die Ausbildung, welche die Jugendlichen an unseren Schulen erfahren haben und noch weiterhin in berufsbegleitenden Maßnahmen erfahren, eine Einstellung nicht möglich gewesen wäre.

Was gibt es in den einzelnen Ländern Neues: In Mexico in Aquascaliente wurde während meines Aufenthaltes das Haus für die Novizinnen eingeweiht. Der Kaufpreis und die Renovierung, wurden infolge der Vermittlung durch unsere Patenschaftsaktion, von der Diözese Köln in Höhe von 50.000 € finanziert. Hier gibt es die meisten Berufungen von unseren Ordensfrauen den Murialdinen in Lateinamerika.

In Ecuador besteht das große Problem der Finanzierung unserer Schulen. Obgleich der Staat zur Unterhaltung verpflichtet ist, hat die Linksregierung die Unterhaltung der Schulen die von religiösen Gemeinschaften geführt werden, total vernachlässigt. In unseren Schulen fehlen Computer, Spezialausstattungen für den Physik- und Chemieunterricht. Für die Schule in Santa Clara mit 750 Schülern haben wir daher kurz entschlossen 10 Computer installieren lassen. Um weiterhin die Aufträge für die nächsten Jahre für das Nähen von Schuluniformen ausführen zu können, haben ich zwei neue Nähmaschinen finanziert. Mit dem Ertrag aus diesen Aufträgen ist die Ernährung von 200 Kindern gewährleistet.

Erfreuliche Nachrichten haben wir aus Brasilien: Hier wurde ein neues Direktorium gewählt, das in Zusammenarbeit mit den Ordensfrauen die Geschicke unserer Schule leitet. Da die meisten Mitglieder aus Wirtschaftskreisen kommen hofft man die Finanzsituation zu verbessern.

In diesem Jahr haben wir Spenden in Höhe von 48.830,86  erhalten.

Allen Pateneltern und Förderern der Patenschaftsaktion danke ich im Namen der Patenkinder und der Jugendlichen sowie den Ordensfrauen für die Unterstützung und das Vertrauen. Nun noch eine wichtige Mitteilung:

Am Freitag den 31. März 2017 um 19,30 Uhr werde ich in Seligenstadt im Pfarrsaal der Pfarrei in der Jakobstrasse Nr. 5 einen Vortrag über meine Reise nach Lateinamerika halten.

Der Vortrag und die anschließende Diskussion sollen Sie von der Notwendigkeit Ihrer Unterstützung überzeugen. Mit nochmaligem Dank und in der Hoffnung, dass ich Sie und Ihre Freunde zu meinem Vortrag begrüßen darf, verbleibe ich


Ihr Klaus Sulzmann

Das Licht der Menschlichkeit. Reisebericht von Luca Jacini.

Meine Reise zu den Kindern und Schwestern in Ecuador im Jahr 2016

 

Diesen Sommer hatte ich das Glück einen Monat mit meinem Onkel durch Ecuador zu reisen. Aber wir haben nicht nur die schönen Seiten dieses faszinierenden Landes gesehen, sondern auch die traurigen – nämlich das Elend und die Armut, in der die Mehrheit der Kinder hier leben. Ausschlaggebend für diese von meinen Eltern finanzierte Reise war die Stiftung der Patenschaftsaktion für Kinder in Not in Lateinamerika, die mein Onkel vor über 27 Jahren ins Leben gerufen hat. Unser Ausgangspunkt während dieser Zeit war das Kloster der Schwestern in San Raphael, das in der Provinz der Haupstadt von Quito liegt. Hier leiten die Schwestern nicht nur eine Schule, sondern haben in ihrer Obhut auch die kleinsten der Kleinen, die aus den ärmsten und schlimmsten familiären Situationen kommen: Manche lebten auf der Straße und waren schon im Alter von 7 Jahren drogenabhängig oder haben alkohol- und drogenabhängige Eltern. Manche Kinder sind sexuell mißbraucht worden oder haben Behinderungen, oder haben Eltern, die einfach nicht in der Lage sind, ihre Kinder groß zu ziehen.

Der schönste Moment für mich war als ich ankam und sofort von den Kindern umarmt und mit so viel Herzlichkeit aufgenommen wurde, als würde ich schon immer zu ihnen gehören. Die Freude und Lebhaftigkeit der Kinder haben mich tief berührt. Man fragt sich, wie sie es machen – letztendlich sind sie mit dem, was ihnen die Schwestern geben können, glücklich und es genügt ihnen. Beim Rundgang durch die Unterkünfte fällt mir auf, wie ordentlich und sauber alles ist – aber das ist der Obhut der Schwestern zu verdanken, die den Kindern gleich von klein auf beibringen ihre Umgebung und persönlichen Dinge in Ordnung zu halten, damit sie einmal in der Lage sein werden, auch in ihrer Zukunft alleine ihre Dinge zu regeln.

Was leider überall fehlt sind Gelder, denn der Staat gibt den Schwestern nicht die ihnen zustehende Unterstützung. Die Übernahme einer Patenschaft macht es möglich, ein warmes Essen pro Tag für die Kinder zu garantieren – denn die Schwestern kämpfen jeden Tag um das Leben der ihnen anvertrauten Kinder. Eines der schönsten Erlebnisse war, als ich für 30 Kinder Spaghetti gekocht hatte – ihre Augen sprachen Bände – es war kein einziges Krümmelchen mehr übrig geblieben … Umso länger ich dort war, um so klarer wurde mir, dass man nur in dem Moment anfängt zu schätzen was man hat, wenn man mit Menschen zusammen ist, die nichts haben und trotzdem glücklich sind.

Während des Aufenthaltes haben wir auch das Kloster und die Schule in Santa Clara besucht, wo zur Zeit 700 Kinder aus den ärmsten Familien eingeschrieben sind. Die Situation hier war noch viel kritischer als in Quito – die Lehrer erklärten uns, daß der Staat keinerlei Fördermittel mehr für die Schule und Kinder bereitstelle, obwohl der Staat laut Gesetz auch die Konfessionsschulen unterstützen müßte: die Schulbusse waren kaputt und der Computerraum nicht mehr nutzbar, da alle PCs total veraltet und kaputt waren. Mit den Spenden der Patenschaftsaktion konnten neue PCs angeschafft werden. Das dazugehörige Krankenhaus, das von den Schwestern geleitet wurde, mußte geschlossen werden, da auch hier die notwendige Finanzierung vom Staat gestrichen wurde und somit auch eine minimale medizinische Versorgung nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Aber die Schwestern, die alle schon älter sind, geben nicht auf. Sie wollen den Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen obgleich es überall an Geld fehlt – die Schule ist stark renovierungsbedürftig - die Mauern und Wände sind zum Teil kaputt, sind nicht gestrichen und es gibt schon seit 2 Jahren kein warmes Wasser mehr (eine Tatsache, die uns aufgefallen ist aber von den Bewohnern schon gar nicht mehr wahr genommen wird). Es hat mich berührt zu sehen, daß es für den Sportunterricht nur einen alten Ball und ein altes Seil gab … Aber die Schwestern bemühen sich trotz widrigster Umstände den Kindern eine Schulbildung zu geben und somit eine bessere Zukunft zu garantieren. Ihre eigenen Bedürfnisse stellen sie dabei immer hinten an. Danach sind wir zu einer großen Stadt Ecuadors, Ambato, weitergereist. Auch hier gibt es ein Kloster, die Schwestern nehmen hier größere Kinder und Jugendliche auf. Um die Schulausbildung und Grundversorgung zu sichern nähen die Schwestern für Großaufträge.

Aber leider hat der Staat den Schwestern gerade als sie die ersten 10 Uniformen für eine Schule in der Stadt fertig genäht hatten, die Nähmaschinen weggenommen mit der Begründung, dass sie woanders dringender gebraucht werden. Diese Schwestern, die eine immense innere Kraft und Űberzeugung haben und die nie aufgeben, weinen zu sehen, hat mich unendlich traurig gemacht. Ohne Nähmaschinen und die damit verbundenen Aufträge, waren die Schwestern noch nicht einmal in der Lage, die Grundversorgung der Kinder und Jugendlichen zu sichern. Mit den Spendengeldern konnte mein Onkel schnell handeln und den Kauf der so notwendigen Nähmaschinen veranlassen. Als ich die Freudentränen der Schwestern sah, wurde mir noch einmal richtig bewußt, wie überlebenswichtig diese Nähmaschinen für alle waren. Diese Erfahrungen in Ecuador haben mein Leben verändert – zu sehen mit wie wenig viele Menschen leben müssen und wie viel wir haben, ohne uns dessen bewußt zu sein.

 

Wenn man sich nur ein bisschen einschränkt und kleines Opfer bringt, kann man mit dem Ersparten schon wertvolle Hilfe leisten. Ich werde immer versuchen zu helfen, und kann nur jedem empfehlen einmal nach Ecuador zu reisen und sich die Einrichtungen der Schwestern anzusehen, dann wird einem bewußt wieviel Hilfe nötig ist, und was die so notwendigen Spenden und Patenschaften ermöglichen können.

Luca Jacini

Das Jahresrundschreiben für 2012

 

Liebe Freunde und Förderer der Patenschaftsaktion,

Mexiko:

Der Ansturm auf unsere Schulen in den verschiedenen Ländern Lateinamerikas ist groß und die Nachfrage übersteigt unsere Kapazität und wir versuchen auch mit anderen Institutionen neue Schulräume zu schaffen, doch hierfür brauchen wir auch die nötigen Unterkünfte für unsere Ordensfrauen.

In Mexiko fehlt seit vielen Jahren eine gesicherte Bleibe für unsere Schwestern. Die Verhandlungen mit dem Staat für die Genehmigung der offiziellen Niederlassung der Ordensgemeinschaft in Mexiko blieben bisher ergebnislos. Durch den Grundstückskauf von zwei Ordensfrauen in Aquascaliente als Privatpersonen, haben die Schwestern dieses Problem bis zur endgültigen Niederlassungsgenehmigung umgangen.

Hierzu hat die Patenschaftsaktion 25.000 € beigesteuert. Im nächsten Jahr werden wir mit Hilfe anderer Institutionen in Deutschland die finanziellen Voraussetzungen für die Errichtung des Gebäudes ermöglichen.

Der Ordensnachwuchs der Murialdinen in Mexiko ist gut und so ist auch die Aufrechterhaltung unserer Schulen gesichert

Maringá/Basilien:

Es ist immer wieder erfreulich anzusehen wie unsere Ordensfrauen mit dem Freundeskreis der dortigen Schule erfolgreich tätig sind. Mehrmals im Jahr veranstalten sie Churrascoessen, wo über 800 Personen pro Veranstaltung bewirtet werden. Die Einnahmen kommen unseren Kindern zugute.

Ebenso sind die berufsvorbereitenten Kurse für unsere ehemaligen Schüler , die zum Teil in unserer Schule aber auch an der Universität in Maringá stattfinden, ausgebucht. Allein an der Universität werdenüber 80 Jugendliche mit Vertretern aus der Stadtverwaltung und der Industrie, unter der Leitung der Ordensfrauen, auf das Berufsleben vorbereitet.

Die bisherige Leiterin der Schule Schwester Cecilia Ferrazza wurde von Schwester Elizete abgelöst, die nun Provinzialoberin für den gesamten Orden in Brasilien ist.

Die tiefe Verbundenheit mit unseren Patenkindern wurde durch den tragischen Tod meines Patenkindes James sichtbar. James ist im Alter von 17 Jahren mit seinem Moped tödlich verunglückt. Eine Woche vorher hatte er mir noch Bilder von sich und ein Gemälde geschickt. Mein großes Mitgefühl galt seiner Mutter!

Wir sind mit unseren Patenkindern tief verbunden und teilen außer den Entwicklungschancen auch Freude und Trauer.

Valparaiso/Chile:

In Chile konnte ich den Ordensfrauen, der Rektorin und den Lehrerinnen des Schulkollegs meinen tiefen Dank aussprechen für das gute Abschneiden bei der Pisa-Studie. Auch ist es eine große Freude, dass nun endlich das Nachbargrundstück von unserer Schule als Sportgelände genutzt werden kann. Für die Renovierung des Geländes hat unsere Aktion einen erheblichen Beitrag geleistet.

Die Schulen und Heime der Ordensgemeinschaft gewähren den Schülern und insbesondere unseren Patenkindern eine einmalige Bildungs- und Lebensgestaltungschance. Für den Einsatz unserer Schwestern können wir immer nur danken.

Im kommenden Jahr am 6. 7. und 8. September wollen wir das 25jährige Bestehen der Patenschaftsaktion feiern. Aus diesem Anlass sollen die Bewohner, vor allem die Kinder und die Jugend unserer Stadt und der Umgebung zu einem Fest eingeladen werden.

Als besonderes Zeichen der Verbundenheit werden einige Ordensfrauen aus Lateinamerika in unserer Mitte sein. Rechtzeitig werden die Veranstaltungen in verschiedenen Medien mitgeteilt. In Anbetracht der Not unserer Kinder bitte ich um weitere Unterstützung und Werbung für unsere Aktion. Vergelt es Ihnen Gott!

Im Namen der Patenkinder, der Ordensleute und von mir möchte ich Ihnen allen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und eingesegnetes Neues Jahr wünschen.


Ihr Klaus Sulzmann

Dankbrief eines ehemaligen Schülers

 

Übersetzung im Anschluss

Dankbrief eines ehemaligen Schülers

 

Guten Tag!

Zuerst möchte ich Gott danken für alles, was ich in der Schule bei Ihnen gelernt habe und dann Ihnen, den Schwestern Cecila und Elizete, Alfonso und Sonia und den Lehrern. Durch die Ausbildung, die ich bei Ihnen erfahren habe fand ich Arbeit.

Heute bin ich in einem Unternehmen tätig und somit ein Beispiel, wie Sie es mir voraussagten. Ich schicke dieses Foto mit liebevoller Danksagung für das, was ich heute bin. Mit Ihrer Hilfe habe ich mich als verantwortungsbewussten Menschen entwickelt. Betreffend die Erziehung kann ich dankbar auf Ihre Schule verweisen, denn es begann durch sie ein großer Aufstieg in meinem Berufsleben. Mit allem was ich beginne profitiere ich jeden Augenblick von dem, was ich gelernt und erfahren habe für mein Weiterkommen. Ich bin ein junger Mann, der Ihre Schule besuchte und dies erfüllt mich mit Stolz. Durch Ihre Ausbildung wurde ich geprägt und es befähigt mich, Verantwortung zu übernehmen.

Ich hoffe, dass alle, die diese Schule besuchen, diese Gelegenheit nützen und ein Beispiel für die anderen werden.


Sidnei Luiz

Tätigkeitsbericht Brasilien 2010

 

 

LAR ESCOLA DA CRIANÇA DE MARINGÁ 

Liebe Freunde!

Mit großer Freude tragen wir erneut eine kleine Zusammenfassung unserer Arbeit, die wir dank der kostbaren Unterstützung jedes Einzelnen von Ihnen mit unseren Kindern, Heranwachsenden, Jugendlichen und deren Familien im Jahr 2010 durchführen konnten.

In diesem Jahr ließen wir uns in unseren Aktionen und Aktivitäten von folgendem Leitfaden führen: „Zugunsten den Lebens wirtschaften; das Geschenk des Lebens und der Träume; danken ist etwas anderes als zahlen; das Leben eines Einzelnen hängt mit dem Leben aller zusammen; der Planet Erde ist unser aller Zuhause.“

Im Rückblick sehen wir nun, wie wichtig diese Themen für uns geworden sind, denn unsere Betreuten verlieren in der Unstabilität ihres Daseins oft das Gefühl für den Sinn des Lebens, für den Familienzusammenhalt und für einen Ausweg aus ihrer verzweifelten Lage. Damit ein jeder sich auf dem Planeten Erden wohlfühle und sich zu der Gesellschaft zugehörig fühle, haben wir Wert darauf gelegt, diesen Leuten Mittel und Wege an die Hand zu geben, die es ihnen ermöglichen soll, Kraft und Mut aufzubringen, um einer ehrlichen Arbeit nachzugehen und sich um ihrer Familien und Kinder zu kümmern und ihnen so besser Lebenskonditionen zu bieten. In diesem Sinne hat unsere Einrichtung den Betreuten verschiedene Schulungen in den Grundlagen der Informatik angeboten (Photoshop, Corel Draw), sowie Nähen und Schneidern. Die 56 Beteiligten erhielten alle Abschlusszertifikate. Um die Betreuten zum Aufbau und Wiederaufbau ihres Lebens, ihrer Geschichten und Erfahrungen anzuspornen, haben wir Vorträge über Arbeitsmarkt, Erziehung und Vater-Mutter-Kind-Beziehungen abgehalten. Außerdem wurden in den Wohnviertel der Betreuten während der Juli-Winterferien Spiele, Sport und Handarbeiten angeboten. Ziel war die lokale Integration unserer Einrichtung mit den Betreuten, sowie ein intensiveres Zusammenfinden von Familien und Gemeinde mittels Freizeitaktivitäten wie z.B.: Gesellschaftsspiele, Fussball, Schmuckherstellung, Drachensteigen, Schminke, und Zeichnen. Zum Abschluss wurde immer ein Imbiss angeboten. In allen Wohnvierteln wurden wir immer sehr freundlich aufgenommen und die Beteiligung der Kinder, Heranwachsenden, Eltern und Großeltern war stets groß. Alle warteten sehnsüchtig auf die Veranstaltungen und für uns war es wunderbar, das Lächeln und die leuchtenden Augen der Teilnehmer zu sehen. Ein anderer herausragender Moment war der Familienabend, and dem die Kinder und Jugendlichen die Bedeutung der Familienbande bei ihrer Entwicklung und bei ihrem Wachstum kund tun konnten und ihrer Liebe und Zuneigung über Theatervorstellungen, Musikvorträge und Gedichtaufsagen ausdrücken konnten.

In Hinsicht auf die Projekte heben wir besonders das Lernprojekt Bürogehilfe, mit dem Jugendliche von 15 bis 18 Jahren eine Ausbildung bekommen. 91 Jugendliche haben dieses Projekt durchlaufen. Die Jugendlichen besuchen die reguläre Schule und während 4 Stunden täglich werden sie im Verwaltungs- und Verkaufsbereich von Unternehmen beschäftigt, die vom Bundesministerium für Arbeit vorgegeben werden. Samstags vormittags von 8 bis 12 Uhr bekommen sie berufsbezogenen Sachunterricht für Verwaltung und Verkaufswesen bei der Hochschule „Centro Universitário de Maringá“. Des Weiteren haben wir eine Partnerschaft mit dem Institut “Serviço Social do Transporte – SEST” und “Serviço Nacional de Aprendizagem de Transporte – SENAT“ abgeschlossen, wo Jugendliche über 16 Jahren das Ausbildungsprojekt weiterführen können. Hier wird den Jugendlichen der Eintritt in den Arbeitsmarkt ermöglicht, und zwar im Bereich der Transportunternehmen und Spediteure. Sachunterricht wird jeden Samtstag von SENAT-Lehrkräften erteilt. In beiden Lernprojekten bekommen die Beteiligten das Arbeitsverhältnis in ihre Arbeitsausweise eingetragen und eine Entlohnung für die geleisteten Arbeitsstunden. Unserer Unterrichtung oblag die Beaufsichtigung des Lernprozesses der Jugendlichen, wobei Besuche abgestattet, Berichte über den Lernfortschritt der Jugendlichen in den Unternehmen erstellt und die Beziehung der Jugendlichen zu ihrer Familie, zu den Unternehmen und die schulische Leistung begleitet wurde. Wir haben festgestelllt, dass das Projekt den Jugendlichen bei ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung sehr hilft und gut für die Erhöhung ihrer Selbstachtung ist. Auch wenn der Lohn oft etwas karg ausfällt, so stellt er doch einen wesentlichen Beitrag zum Haushalt und zur Anschaffung von Schulmaterial und Bekleidung dar.

Im Programm “Zusammenleben und Beziehungsstärkung“ wurden 315 Kinder und Jugendliche von 6 bis 15 Jahren betreut. Hierbei wurden Werkstätten in folgenden Tätigkeiten angeboten: Handarbeiten, kulturelle und sportliche Aktivitäten, Informatik und humanitäre und christliche Bildung. Die Werkstätte für Handarbeiten wurde wiederum unterteilt in: Kunsthandwerk, wo die Betreuten lernten, Armbänder, Ohrschmuck, Halsbänder, Ringe, Schlüsselanhänger, Rosenkränze zu erzeugen. An dieser Tätigkeit wurden 156 Kinder und Jugendliche betätigt. Biscuit: Bei dieser Tätigkeit wurden 50 Kinder beteiligt, die mit Biscuitteig Kühlschrankmagneten, Puppen, und Blumen formten. Sie lernten einige Maltechniken auf Stoff und Holz. Zum Abschluss durfte jeder ein Bild und Holztiere produzieren. Jeder von Ihnen bemalte zudem eine Schürze, eine Handtasche und ein Küchenhandtuch. Stickkunst Hier beteiligten sich 87 Kinder und Jugendliche. Mit dieser Tätigkeit suchten wir die Entwicklung der Feinmotorik und die Fähigkeit zur Organisation und Harmonisierung des logischen Gedankens sowie die Begünstigung der Kreativität, der Materialerkennung und Entschlüsselung von Grafiken zur Herstellung von Schalen und verschiedenen anderen Techniken. Kunst aus Entsorgungsmaterial: Es beteiligten sich 22 Kinder. Ziel dieser Tätigkeit war es, den Sinn für die Bedeutung und der Vorteile des Recycling zur Erhaltung der Umwelt und gleichzeitig die Entwicklung der motorischen Koordination, der Kreativität und der Selbstachtung bei Kinder von 5, 6 und 7 Jahren zu erwecken. Wir bemerkten, dass bei der Erzeugung von folgenden Gegenständen Spaß hatten: Vogelscheuchen, Marionetten, Bleistifthalter und Autos. Sie sind im Alter der großen Entdeckungen und haben viel Spaß an der Arbeit mit Leim, mit dem Ausschneiden und Zusammenfügen, anmalen und anschließender Ausstellung ihrer „Kunststücke“, damit alle sie sehen können. Der Höhepunkt der Projekte für Handarbeiten war wie alle anderen Jahre auch der Sozialmarkt. Diese Tätigkeit wurde zum Ende des ersten und des zweiten Halbjahrs durchgeführt. Die im jeweiligen Halbjahr in den Handarbeitswerkstätten gefertigten Produkte wurden zur Beschauung und anschließendem Tauschhandel unter den Kindern und Jugendlichen ausgestellt. Kinder und Jugendliche haben je Beteiligung und Begeisterung Prämien erhalten. Die Inhaber solcher Prämien durften die von ihnen gewünschten Sachen für sich aussuchen. Ziel dieser Tätigkeit war die Sozialisierung der erzeugten Gegenstände mittels Tausch sowie die Förderung der Selbstachtung, denn dies ist ein Moment, in dem die Kreativität und Potenzialität eines Jeden vorgezeigt wird. Des Weiteren konnten die Kinder und Jugendlichen die von ihnen hergestellten Gegenstände zu Hause vorzeigen.

Die kulturellen Projekte wurden zur leichteren Organisation, Ausführung und Bewertung auch unterteilt. Projekt Musik für alle: Wir hatten auch die

Gitarrenwerkstätte, wo sich 18 Kinder und Jugendliche beteiligten. In der Werkstätte für Schlagzeug versammelten sich wiederum 19 Kinder und Jugendliche. In diesem Raum wurde zudem die Band „BANDA NADINOS“ gegründet, in der eine Gruppe von 9 Jugendlichen in den Gebets- und Andachtsmomenten und Elternabenden und sonstigen Veranstaltungen in der Einrichtung spielen und singen. Auch Einladungen für Vorstellungen in externen Veranstaltungen waren dabei. Chorsingen: Es beteiligten sich 27 Kinder, die sich in unserer Einrichtung vorstellten und an verschiedenen Veranstaltungen in der Stadt teilnahmen. Es wurde bemerkt, dass alles, was Musik und Töne erzeugt, Kinder und Jugendliche anzieht. Die Musik im Allgemeinen erlaubt zudem, dass die Betreuten ihre Potenzialitäten entwickeln und lernen, auf sich selbst und auf andere zu hören und als Team arbeiten und dabei Achtung und die verletzte Würdigkeit wiedererlangen. Damit allen die Gelegenheit zum Mitmachen angeboten werden konnte, wurde eine Veranstaltung mit folgendem Thema organisiert: „DEIN TALENT IST EINE SHOW!“ Damit konnten alle Interessierten ihre Talente auf beliebige Art und Weise zeigen. So konnten alle ihre Fähigkeiten präsentieren und ihren jugendlichen Protagonismus entwickeln. Radiowerkstätte: An dieser Werkstätte beteiligten sich dieses Jahr 25 Kinder und Jugendliche. Es wurde mit ihnen Aufnahmetechniken und Audioschnitte (MP3 und WAVE) und Musik-Herunterladen aus dem Internet geübt. Sie nahmen auch an einer Radio-Live-Sendung mit Musik und Informationen für die Kameraden auf dem Schulhof teil. Erarbeitung der Sendung, Musikauswahl, Auskundschaftung der Geburtstagskinder der Woche, Abfrage des Tätigkeitsprogramms der Einrichtung, Vorbereitung auf Veranstaltungen, wöchentliche Besprechung zur Diskussion der Sendungen, Eintippen von Texten mit Zusammenfassung von Informationen aus Zeitungen, Büchern und Zeitschriften. Textwerkstätte mit Austausch von Wörtern, Neu-Organisation von Sätzen und Auswahl des Zeitworts. Diese Werkstätte erachten wir als sehr bedeutend, das sie den Kindes- und Jugendlichen-Protagonismus entwickelt und die Fähigkeit zur Organisation und zur Teamarbeit fördert. Innerhalb der kulturellen Tätigkeiten wurde mit den Jugendlichen auch eine Arbeit mit der Umweltpolizei mit dem Thema „Die Welt ist das Zuhause aller“ ausgeführt. Hier wurden Vorträge über Ethik, Staatsbürgerschaft, Verantwortung und Umweltschutz abgehalten. Es wurden auch Setzlinge einheimischer Bäume in Parkanlagen und Bachufern gepflanzt. Sie beteiligten sich auch an der Verteilung von Baumsetzlingen auf Veranstaltungen in der Gemeinde und besuchten Flächen für Wasser und Waldschutz. Darüber hinaus bekamen 38 Jugendliche Beteiligungszertifikate. Die Tätigkeiten wurden von der Waldpolizei veranstaltet.

Sportprojekte: Fussballprojekt: Hier beteiligten sich 100 Kinder und Jugendliche. Die Gemeinschaftsspiele brachten den größten Erfolg. Volleyballprojekt: Hier wurden 80 Beteiligte betreut. Capoiera-Projekt: 20 Beteiligte. Projekt Freizeit und Muße: In diesem Projekt wurden sämtliche Sportaktivitäten vereint, wobei einmal wöchentlich alle 315 Betreuten mit verschiedenen Tätigkeiten wie Fussball, Volleyball, Ringelreihen, Gemeinschaftsspielen dabei waren. Ziel war die Vermittlung von angenehmen und müßigen Stunden mit viel Zusammenleben, Kooperation und Erweiterung des kulturellen Austauschs, wobei die Gefühle von Zugehörigkeit, Identität, Stärkung der Familien- und sozialen Beziehungen bearbeitet und die Bereiche der persönlichen Verletzlichkeit sehr behutsam angegangen wurden.

Projekte für digitale Initiation: Alle 315 Kinder und Jugendliche beteiligten sich am Unterricht für grundlegende Informatik, damit sie auf diese intensive digitale Welt besser vorbereitet sind. Neun Jugendlichen wurde die Schulung Montage und Wartung von Computern – Hardware angeboten.

Projekte für integrale Bildung: Hier wurden vor Beginn der eigentlichen Aktivitäten spezifische Tätigkeiten durchgeführt, die zum persönlichen, sozialen, kulturellen, menschlichen, soziologischen, schulischen Wachstum durchgeführt. Studien und Überlegungen über Rechte und Pflichten, Gebetswoche, Bedeutung des Fasching, Gesundheitswoche, Osterwoche, Osterfeier, Murialdi-Woche mit Schnitzeljagd, Vorträgen und Reflexionen über Freundschaft, brasilianisches Folklore, Woche des Vaterlands, Bibelstunden im Bibelmonat und Weihnachtsfeier. In Hinsicht auf Weihnachten wurde über den Sinn des Lebens und über den Verlust der menschlichen Würde, über die Achtung zwischen den Rassen, Ethnien und insbesondere auf der ganzen Welt nachgedacht. Während der Weihnachtsfeier wurde auch über die bedeutenden Momente des vergangenen Jahres nachgedacht. Die Betreuten wurden in sämtliche Tätigkeiten eingebunden. Sie haben von allen Angeboten regen Gebraucht gemacht.

Liebe Freunde, um all diese Tätigkeiten im Jahr 2010 umzusetzen, waren Ihre Beiträge von unermesslicher Bedeutung.

Ihre Hilfe hat dazu beigetragen, das kostbarste unserer Gesellschaft, nämlich Kinder, Jugendliche und deren Familien zu betreuen und das Kostbarste in ihnen, nämlich das Herz zu umsorgen. Und wenn wir von Erziehung und Herzen reden, möchten wir sämtliche Aspekte des Lebens und unserer Betreuten umfassen.

Möge Gott Sie und Ihre Familien reichlich segnen, beschützen und Ihnen viel Gesundheit, Frieden und Herzenslust spenden.

Ein glückliches und gesegnetes Jahr 2011 mit vielen Errungenschaften! Gott behüte Sie!


Elizete Maria Andreola

Sozialarbeiterin

Februar 2010

50 Jahre Murialdinen in Ecuador

 

Liebe Schwester Mariana sowie alle Mitschwestern in den verschiedenen Niederlassungen in Ecuador!

Es sind nun fünfzig Jahre her, dass in Ecuador Eure Niederlassung gegründet wurde. Die Pioniere der Gründung fanden Not, Verlassenheit, Hoffnungslosigkeit und Armut vor. In diesen fünfzig Jahren habt Ihr Großes vollbracht, indem Ihr die Gottesliebe verkündigtet und den Mitmenschen Zuversicht und schwesterliche Solidarität schenktet.

Dies geschah durch die Krankenbetreuung in Eurem Hospital und den Pflegestationen sowie in den Kinderheimen und Schulen. Die Kinder haben in den Häusern nicht nur das Stillen des Hungers erfahren, sondern auch die Begleitung für einen sicheren Lebensweg, die von einem menschlich gnädigen Gottesbild geprägt war. Viele Entbehrungen habt Ihr, Du liebe Mariana und Deine Mitschwestern, in all den Jahren über Euch ergehen lassen müssen. Wie viel innere Kämpfe wurden in den Jahren mit Gott ausgefochten? Christus kann jeder Einzelne in der Gemeinschaft mit all den menschlichen Unzulänglichkeiten nur in der persönlichen Begegnung finden.

Doch Eure Liebe zu Christus, das Wissen, dass Er in der Mitte Eurer Gemeinschaft ist, haben Euch gestärkt, sodass Ihr Christi Ruf, begleitet von seiner Gnade, gerecht werden konntet. In gemeinsamen Gebeten bitten wir Christus, dass er Euch alle in der Seele zutiefst berühre, damit Ihr von Offenheit und Gottvertrauen geprägt fähig seid, noch viel andere junge Frauen in Eure Gemeinschaft aufnehmen zu können.

Bleibt weiterhin den Kindern, Lehrern und allen Euch umgebenden Menschen das LICHT IM DUNKEL. In herzlicher Verbundenheit und Dankbarkeit grüßt Euch Euer Bruder in Christus.


Ihr Klaus Sulzmann

20 Jahre Aktion Patenkinder Lateinamerika

Reise nach Brasilien und Chile 2008

 

Von Klaus Sulzmann

Seit 20 Jahren arbeitet die Aktion Patenkinder Lateinamerika mit großem Erfolg. Als Gründer liegt es mir am Herzen, den Kindern aus den untersten Schichten der Bevölkerung Lateinamerikas, den Ärmsten der Armen, einen Weg aus dem Chaos zu ermöglichen. Mit Hilfe der Ordensfrauen der Murialdinen, einer jungen, vermögenslosen Ordensgemeinschaft, habe ich in Brasilien begonnen und unterstütze jetzt auch deren Niederlassungen in Mexiko, Ecuador, Chile und Argentinien. Gemäß dem Ordensgründer Murialdo ist das Ziel der Gemeinschaft, sich der Straßenkinder und der Kinder in den Armenvierteln anzunehmen. Die Schwestern betreuen insgesamt mehr als 8000 Kinder und in den von unserer Aktion unterstützten Niederlassungen leben 1200 Kinder. Wo die Not am größten ist, stehe ich mit meinen Helfern zur Verfügung.

Um die Entwicklung verfolgen und Probleme vor Ort lösen zu können, reise ich in regelmäßigen Abständen auf eigenen Kosten nach Lateinamerika. In diesem Jahr war ich von Ende Februar bis Anfang April in Südamerika und habe zwei Wochen in Maringá/ Brasilien und vier Wochen in Valparaiso/Chile verbracht. Es ist mir immer ein besonders großes Anliegen, dass ich mich mit den Ordensleuten, den Lehrern und vor allem mit unseren Schülern und Patenkindern eingehend unterhalten kann. Nur der persönliche Kontakt mit den Kindern in freier und ungezwungener Aussprache zeigt mir die Probleme auf, die es zu lösen gilt. Immer wieder fasziniert mich der frohe Empfang durch die Kinder mit Plakaten und Feiern, in denen sie mir ihre Dankbarkeit durch Tanz, Gesang und instrumentale Darbietungen zum Ausdruck bringen.

Zusammen mit Schwester Neide habe ich vor einigen Jahren ein berufsvorbereitendes Programm ins Leben gerufen, das mit Berufspraktika in Industrieunternehmen und in Banken verbunden ist. Dieses Projekt hat sich zu einem großen Erfolg für unsere Kinder entwickelt. Die Ausbildung erfolgt auf solch hohem Niveau, dass einige der Fortbildungskurse sogar an der Universität von Maringá stattfinden. Eine besondere Bestätigung wurde unserer Arbeit bei meinem Besuch in den Industrieunternehmen in Maringá zu Teil. In den Gesprächen mit der Geschäftsleitung und den dort angestellten Jugendlichen, deren Ausbildung durch uns gefördert worden war, wurde unsere Unterstützung besonders gelobt. Da sich die Entlohnung in den Unternehmen auch nach der Weiterbildung der Angestellten richtet, bieten wir jetzt auch Kurse für ehemalige Schüler von uns an, die bereits berufstätig sind. Im Rahmen einer Einladung des Rotary Club Maringá wurde mir über die Finanzierung eines Projektes berichtet, in dem für die Mütter unserer Kinder Schneiderkurse durchgeführt werden. Hieraus ergab sich eine neue Aufgabe für mich. Denn jetzt galt es, in Deutschland einen Rotary Club zu finden, der sich an der Finanzierung beteiligen würde. Durch die Vermittlung von Freunden hat der Rotary Club Offenbach-Einhard seit Mitte dieses Jahres einen Anteil der Kosten übernommen.

Nach den verschiedenen Besuchen und Begegnung, zu denen auch ein Treffen mit den Mitgliedern des Freundeskreises unserer Schule in Maringá (über 150 Mitglieder) zählte, flog ich nach einem bewegenden Abschied nach Chile weiter. Im Haus der Provinzialoberin in La Reina/ Santiago machte ich Station, um die wichtigsten Themen zu besprechen und die nächsten Reiseetappen vorzubereiten. Vor allem galt es, die finanzielle Situation zu erörtern und Lösungswege zu finden, da die Schulden für unseren Neubau in Valparaiso noch 50.000 Euro und die für den Schulbau im 30 Kilometer entfernten La Calera über 250.000 Euro betragen. Man bat mich, in Deutschland Institutionen und Spender zu suchen, um diese fast auswegslose Situation verbessern zu können. Die finanzielle Not war so groß, dass man im Winter nicht heizte und auch am Essen sparte. Dies betraf jedoch nicht die Kinder.

Nachdem wir im Jahre 2007 in Valparaiso den zweiten Bauabschnitt unserer Schule erfolgreich abgeschlossen hatten, standen im Mittelpunkt meines vierwöchigen Aufenthaltes in diesem Jahr die Diskussion über eine weitere Sanierung der Gebäude und der Bau eines dringend notwendigen Sportgeländes. Mittlerweile besuchen 400 Kinder kostenlos unsere Schule. Um für die anstehenden Probleme auch nach meiner Rückreise nach Deutschland einen Verhandlungspartner vor Ort zu haben, gründete ich einen Verein, der entsprechend eingetragen wurde. Über 35 Personen haben sich in der kurzen Zeit erfreulicherweise eingeschrieben, darunter meine chilenischen Freunde, die Schulverwaltung und ein Teil der Eltern unserer Kinder. Während meines Aufenthaltes hatte ich die Gelegenheit in Gesprächen mit dem Oberbürgermeister, anderen wichtigen Persönlichkeiten und Vertretern der politischen Parteien unsere Arbeit darzulegen. Mein Ziel war es, die soziale Mitverantwortung für unsere Schule ins Bewusstsein zu rufen und auch für das Sportprojekt zu werben.

Im Mittelpunkt, aber vor allem Anderen und von ganzem Herzen, stand die Begegnung mit unseren Kindern und unseren Patenkindern. Um die innere Beziehung der Kinder zu Ihren Vertrauten zu stärken und dem religiösen Leben neue Impulse zu geben, haben wir beschlossen, Wochenendaufenthalte in einer besonders schönen Umgebung zu organisieren. Mit Hilfe von geschulten Theologinnen und Theologen bieten wir den Kindern die Möglichkeit, in freier Atmosphäre und fern von dem meist desolaten Zuhause, ihre Glaubenserlebnisse zu vertiefen. Außerdem war es mir wichtig, etwas über die Familienverhältnisse zu erfahren. Zum einen, um die Betreuung durch unsere Ordensfrauen zu unterstützen und zum anderen, um für den Lebensunterhalt von Eltern zu sorgen, die sich in auswegslosen Situationen befinden. Ein Wunsch, der gleich in die Tat umgesetzt werden konnte, war die Gründung einer Gruppe, in der sich die ehemaligen Patenkinder, die jetzt in anderen Ausbildungsstätten leben, treffen können. Mit dem Versprechen, Geld für dringend notwendiges Unterrichtsmaterial zu senden, beendete ich die Gespräche mit der Lehrergemeinschaft.

In der Schlussbegegnung mit unseren Kindern auf dem Schulhof mit Liedern und Spielen und insbesondere durch die Bitte der Kinder, sie nicht zu vergessen, wurde mir klar, wie wichtig unsere Solidarität mit unsern Kindern ist. Die Patenschaftsaktion gewährt eine sichere und langfristige Unterstützung der Patenkinder. Zudem ermöglicht sie auch den Kontakt mit den Pateneltern in Deutschland und fördert somit das Verständnis für Fremdsprachen. Die Einmalspenden sind genauso wichtig und hilfreich wie die Dauerspenden, denn mit ihnen werden Heimunterkünfte und Berufausbildungsstätten erbaut und betrieben. Für die musik-pädagogischen und sportliche Erziehung gibt es in allen Niederlassungen eine ausreichende Zahl von Musikinstrumenten und Sporteinrichtungen. Dies ermöglicht den Kindern einen besonderen Weg zur inneren Befreiung und Selbstverwirklichung. Bis zu 60% der von uns betreuten Kinder spielen ein Instrument. Dank der Spenden hält die moderne Technik Einzug in den Schulen. So ersetzen zum Beispiel Computer jetzt die alten Schreibmaschinen aus den 70iger Jahren.

Nur durch die Gesamtheit aller Maßnahmen und durch die aufopfernde Arbeit der Schwestern ist es möglich, dass sich die Kinder aus dem oft ausweglosen Sog der Slum-Mentalität befreien können und der Umgebung von Drogen, Alkoholismus, Prostitution und kriminellem Milieu entkommen.

In den 20 Jahren seit der Gründung konnten mehr als 800.000 Euro gesammelt werden. Im Verbund und mit der Hilfe von anderen kirchlichen und staatlichen Einrichtungen konnten mit diesem Geld große Schul- und Heimgebäude errichtet werden. Dies waren vor allem die Sternsinger in Aachen, Adveniat in Essen und der Fundacion Alemana in Chile. Alle Projekte wurden von mir in mühevoller Arbeit bis ins Detail von der Projektierung über die Baukostenkalkulation bis zur Fertigstellung überwacht. In diesem Zusammenhang möchte ich mich für die ehrenamtliche Mitarbeit und Unterstützung bei Frau Süßmann, den Herren Limberger, Musch, Wegener und Pfarrer Ludwig sowie dem Pfarrgemeinderat und dem Verwaltungsrat der Basilika-Pfarrei herzlich bedanken. Den Zeichnern der Patenschaften und den Spendern in all den Jahren sei Dank und ein herzliches Vergelt´s Gott.

Um dem bisherigen gelungenen Werk eine weitere Entwicklungschance geben zu können, sind wir auf finanzielle Zuwendungen angewiesen. Die Spendengelder gehen direkt an unsere Niederlassungen. In Vorträgen, Zeitungsberichten und persönlichen Gesprächen habe ich immer wieder um Spenden gebeten und oft auch gebettelt, was mir manchmal nicht leicht gefallen ist. Die Reisen nach Lateinamerika, die zum Erfolg der Aktion notwendig waren und bei denen ich oft mehr als 30.000 Kilometer zurücklegte, waren teilweise anstrengend und mit Strapazen verbunden. Um Ziele zu erreichen und Gespräche erfolgreich abzuschließen zu können, war Einfühlungsvermögen und diplomatisches Geschick gefordert in Deutschland, aber vor allem auch in Lateinamerika mit den unterschiedlichen Kulturen und Temperamenten. Die Komplexität der Probleme bereitete mir manche schlaflose Nacht. Doch die Gewissheit, dass die Vorsehung Gottes die Menschen und das Werk begleiten, haben mir immer wieder Kraft und Mut zum Weitermachen geschenkt.

All unser Engagement wird durch das Gebet der Ordensfrauen und vor allem auch der Kinder begleitet. Es wäre schön, wenn wir wieder einmal mit den Förderern unserer Aktion eine Reise nach Lateinamerika unternehmen könnten. Die Begegnung mit Lateinamerika und unseren Kindern aus Anlass der Schuleinweihung in Valparaiso/Chile war für die Teilnehmer eine wunderbare Erfahrung und hat unserer Aktion viel Popularität geschenkt.

Mit den Wünschen auch im Namen unserer Kinder, den Ordensfrauen und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ein frohes gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das kommende Jahr, verbleibe ich


Ihr Klaus Sulzmann

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
30 Jahre Patenkinder Seligenstadt -Lateinamerika 1988 – 2018